Pete Alexopoulos on Unsplash
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Einführung,  Übungen

Übung zum Thema „Wertearbeit“

In meinem Artikel „Werte: ihre Bedeutung für unser Leben und Changeprozesse“ bin ich bereits auf folgende Themen eingegangen:

  • Warum Werte für unser Leben und den Changeprozess von so großer Bedeutung sind
  • Wie sie uns auch im beruflichen Umfeld begegnen
  • Welch positive Auswirkungen die Beleuchtung des eigenen Werte-Status-quo und weitere Wertearbeit auf unser Leben haben kann

Wenn dich die Ausführungen neugierig gemacht haben und du auf meine Frage „Bist du dir eigentlich deiner Kernwerte bewusst – und lebst danach?“ nicht wirklich eine Antwort hast: Anbei stelle ich dir eine Methode vor, wie du ihnen auf die Spur kommen und dein Leben nach ihnen ausrichten kannst. Dieser Prozess ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg gen: selbstbestimmtes Leben im Einklang mit dem, was dir wichtig ist.

Step 1: „Was sind deine Kernwerte?“

Welche Werte sind dir für dein Leben von essentieller Bedeutung? Nenne hier wirklich nur die, die DIR wichtig sind, nicht was du denkst, was wichtig ist, „man“ antworten sollte? Bitte notiere dir deine 10 wichtigsten Werte schriftlich!

Welche Werte fallen dir ein?

  • Welche fallen dir spontan sofort ein?
  • Falls dir gar keine in den Sinn kommen oder du deinen noch einmal nachspüren möchtest, können dich diese Fragestellungen unterstützen:
    • Wenn du dich über dein Verhalten, deine Gedanken o. ä. ärgerst „So will ich nicht sein/denken/…!“. Wie willst du in den jeweiligen Situationen sein? Was denkst du, entspricht deinem Wesen wirklich? Welches Substantiv entspricht dem?
    • Was ist dir im Leben allgemein, bei der Arbeit, in der Partnerschaft, für deine Freizeit etc. besonders wichtig?
    • Welche Menschen inspirieren dich, was sind deine Role Models? Was inspiriert dich an der jeweiligen Person – welches Substantiv entspricht dem?
    • Welche Werte geben dir Kraft, fühlen sich gut an, motivieren, aktivieren dich?

Zur weiteren Hilfestellung: eine Werteübersicht

Im Selbstversuch, meine eigenen Werte auf den Punkt zu bringen, fiel mir auf, dass ich mir bei manchen gar nicht sicher war: Ist das mit Werten gemeint? Geht es dir auch so? Für eine klarere Idee, habe ich dir in Recherchen anbei eine Werteübersicht zusammen gestellt. Diese kann sicher noch durch weitere Werte ergänzt werden.

  • Gehe durch die Liste und wähle die Werte aus, die dir in Ergänzung zum ersten Teil der Übung auch wichtig sind. Tausche ggfs. aus, so dass maximal 10 Werte übrig sind.

Step 2: „Sind das wirklich DEINE Werte?“

Im Folgenden überprüfen wir, ob die 10 Werte wirklich dein Anliegen sind oder du damit unbewusst immer noch Menschen und/oder Gruppen, der Gesellschaft im Außen gefallen willst?

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  • Gehe Wert für Wert durch und fühle in dich hinein:
    • Wo ist er dir vielleicht begegnet? Erinnert er dich an einen Ausspruch z. B. deiner Eltern, Lehrer, in deinem aktuellen Arbeitsumfeld oder oder zu etwas, das man nicht tut, darf, wie man zu sein hat?
    • Gibt dir der Wert ein gutes Gefühl und Kraft? Motiviert er dich? Fühlst du dich körperlich entspannt? Kannst du beim Gedanken an ihn frei atmen?
    • Erinnert er dich an eine Situation, in der du dich besonders gut gefühlt hast oder einen Zustand, den du für dich ersehnst?
    • Oder macht er dich eng, nimmt dir den Atem (Druck auf Halschakra), macht die Brust eng oder andere unangenehme Körperempfindungen? Fühlst du dich plötzlich unwohl, kraftlos?
  • Streiche und tausche entsprechend Werte aus, die sich nicht wirklich wie deine und für dich positiv anfühlen.

Step 3: „Priorisierung und Check Wertekonflikte“

  • Nun geht es an die Priorisierung – damit wir unser Verhalten und unsere Realität Schritt für Schritt nach unseren Werten ausrichten können. So überfordern und frustrieren wir uns nicht, indem wir gleich alle auf einmal umsetzen wollen.
    • Was sind deine maximal top 5 Werte?
    • Als Hilfe kannst du die Werte jeweils gegenüberstellen und schauen, welche dann am Ende als top 5 übrig bleiben. Oder frag dich:
    • Welche möchte ich unbedingt leben?
  • In der zweiten Runde schaust du nach Wertekonflikten und deinen aktuellen Möglichkeiten, deiner Lebensrealität:
    • Welche Werte widersprechen sich ggfs.? Manche sind vor allen Dingen für bestimmte Lebensbereiche von Wichtigkeit (privat: Zeit für Familie vs beruflich: Karriere machen). Gerade hier kommt es immer wieder zu Wertekonflikten. Triff Prioritäten zu Werten und entsprechend Lebensbereichen, Zielen etc.
    • Welche widersprechen den Prioritäten und Werten meines Umfelds (Partner, Familie, Arbeitgeber, …)? Sind sie mir so wichtig, dass ich an ihnen festhalten möchte?
    • Welche sind gerade nicht umsetzbar (weil z.B. meine Kinder klein sind, die Firma in Situation xy ist etc.)? Sind sie mir weiterhin wichtig, setze ich sie für einen definierten Zeitpunkt zur Überprüfung auf „Wiedervorlage“.

Step 4: „Actionplan: Wie kann ich meine Werte im Alltag leben?“

Ein Leben im Einklang mit den eigenen Werten bildet eine wesentliche Grundlage für Zufriedenheit und ein Gefühl der Selbstbestimmung bzw. -wirksamkeit. Um den guten Vorsätzen wirklich auf der Spur zu bleiben, erarbeiten wir im Anschluss für unsere maximal top 5 Kernwerte einen Actionplan mit klaren Handlungsversprechen an uns selbst:

  • Gehe Wert für Wert durch und überlege Dir: Wie lebe ich bereits, was tue ich, dass dieser Wert intergiert wird?
  • Was kann ich noch konkret tun, um einen bestimmten Wert mehr oder überhaupt erst zu leben?
  • Gibt es Fähigkeiten, die ich noch erlernen muss, um meine Werte zu leben? Wann genau tue ich das?
  • Womit muss ich aufhören, weil das Verhalten meinen Werten entgegensteht?
  • Wenn Werte meinem direkten Umfeld widersprechen: Kann ich das wertschätzend thematisieren, so dass eine Umsetzung möglich wird?
  • Formuliere das Ganze in konkreten Handlungen: Ab wann genau starte ich damit in welcher Priorisierung? In welchen Rhythmen überprüfe ich meinen Status quo und plane weiter? Etc.
  • Hast du Wertekonflikte festgestellt oder für dich generell das Gefühl, dass in deinem Leben etwas nicht mehr passt, Veränderung ansteht: Nutze die herausgearbeiteten Werte im Folgenden für eine Status quo Analyse.

Ich bin sehr gespannt wie es sich für dich anfühlt, mehr im Einklang mit deinen Werten und somit dem, was dich ausmacht, zu leben. Über Kommentare weiter unten, Erfahrungsaustausch und Anregungen freue ich mich sehr. Nun wünsche ich dir eine gute Brise und: Leinen los 😉

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