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Stop mit der Selbstsabotage – eine thematische Einführung

Blogartikel & Podcast #8 jetzt online

In Podcast Nr. 6 & 7 habe ich euch einen Überblick über die Phasen des Changeprozesses gegeben. Mit diesem Wissen – vor allen Dingen, wenn wir es anwenden 😉 – verfügen wir über die nötige Rückendeckung unseren eigenen Veränderungsprozess mit Hand & Fuß voranzutreiben. ABER was, wenn wir erst gar nicht so weit kommen? Wer kennt das nicht: Schon bei Kleinigkeiten im Alltag fällt uns Veränderung schwer – oder funktioniert gar nicht. Wie kommt es, dass wir trotz all der Bemühungen und guten Vorsätze scheinbar immer wieder an uns selber scheitern? Schon das sich Eingestehen, dass etwas nicht mehr passt ist ein großer Schritt, sich dann auch wirklich in Bewegung zu setzen ein richtiger Sprung.

Oftmals sind wir wahre Meister*innen, uns auf dem Weg unseres Herzens grandios selbst ein Bein zu stellen – oder zwei oder drei? Da braucht es noch niemals jemand von außen: Uns klein zu halten, das schaffen wir doch selber sehr gut, nicht wahr? Ich spreche von Selbstsabotage und meine damit, wenn wir unsere eigenen Ziele, Werte und Bedürfnisse immer wieder unterwandern – bewusst oder unbewusst.

Aber „Spaß“ beiseite: Was ich da gerade so lapidar anspreche ist alles andere als witzig, denn es ist gar nicht so leicht, uns selber die Erlaubnis für unseren ganz eigenen Weg zu geben. Hinzu kommen Widerstände, die uns im Außen begegnen und für die wir gut gerüstet sein müssen. Und all das ruft erneut einen meiner Lieblingssätze oder -zusammenhänge auf den Plan: Veränderung beginnt auch in diesem Zusammenhang in unserem Inneren! Bevor ich in einem der nächsten Podcasts auf die eigene Bestandaufnahme eingehe – sie ist sehr wichtig für den Startpunkt von Veränderung – starte ich in diesem mit einem tiefen Blick in das Thema Selbstsabotage und was es damit auf sich hat.

Ohne ein Grundbewusstsein dafür kommen wir nämlich oftmals noch niemals zum eigenen Status quo Abgleich, denn unser Selbstboykott grätscht gerne bereits an dieser Stelle hinein. Es gilt ein paar Zusammenhänge unseres Gehirns und unserer Psyche zu verstehen, um uns selber ans Steuer zu lassen. Wie bei EXit! üblich gibt es im Anschluss in Podcast #9 quasi ersten Fahrstunden in Form von Gedankenanstößen und praktischen Übungen zur neuen Selbstverteidigung – ich nenne es jetzt einmal so! Legen wir also los und schauen uns unsere inneren Widersacher und ihre Erscheinungsformen genauer an!

Im Detail geht es im Folgenden um (inkl. Podcast Timecodes):

  • Intro zum Thema Selbstsabotage 00:00
  • Warum und wie sabotieren wir uns selber? 3:30
  • Was können wir dagegen tun: Ran an unser persönliches Software Update! 4:12
  • Unterschiedliche Spielarten der Selbstsabotage
    • Die Geschichten, die wir uns über uns selber erzählen 5:08
    • Das innere Drama 11:50
    • Opferhaltung 12:57
    • Urplötzliche, negative Stimmungsschwankungen 13:54
    • Negative Selbstkonditionierung durch Sprache und Verhalten dir selbst gegenüber 15:11
    • Angst vor unsicherem Ausgang, vor Veränderung und Scheitern 17:38
    • Prokrastination – Aufschieberei 19:19
    • Wert- & Zielkonflikte 20:30
    • Toxische Partnerschaften 21:31
    • Körperliche Selbstsabotage 23:08
  • Übung: Was sind deine Selbstsabotage-Mechanismen? 24:20
  • Outro 25:35
  • Links & Empfehlungen

Der Podcast #8:

Der Blogartikel – und Transkript des Podcasts

Warum und wie sabotieren wir uns immer wieder selber?

Auch die Selbstsabotage entspringt in vielen Fällen den schon oft erwähnten Glaubenssätzen. Sie wirken sich in Form von Ängsten, Denkstrukturen, bestimmten Verhaltensmustern, Selbstzweifeln etc. auf unser Leben aus. Mehr zu diesem Thema findet ihr im Blogartikel „Tyrannen im Kopf“ – ich lege euch den Link in die Shownotes. Diese alten Überzeugungen sitzen immer noch sehr tief in uns, sind quasi eine längst überholte Kodierung. Sie infiltriert uns weiterhin permanent mit ihrem Anspruch, die ultimative Wahrheit darzustellen. So greift sie tief in unseren Alltag und unsere Veränderungsfähigkeit ein.

Ran an unser persönliches Software Update!

Hm, stop, höre ich da gerade aus euren Reihen ein „Da kann man dann wohl nicht gegen machen“ – begleitet von verzagtem Schulterzucken und gesenktem Blick? Nein, nein, nein: So schnell ziehen wir uns nicht aus der Affäre! Vielleicht hat bei der ein oder anderen der Ausdruck „Kodierung“ etwas klingeln lassen? Könnte es nicht auch für uns ein Software Update geben? Ich spreche hier sehr bildlich, aber ich denke ihr wisst was ich meine?

Und ja, ein solches Update gibt es – wenn auch nicht in der Form: eingekauft, aufgespielt und funktionstüchtig. Sein wir mal ehrlich: Das funktioniert beim Computer ja auch nie so reibungslos 😉 Ein bisschen müssen wir dafür also schon selber tun. Der erste Schritt ist hier uns bewusst zu machen, wenn er wieder zuschlägt, der Selbstboykott. Starten wir mit der Betrachtung einer Reihe unterschiedlicher Spielarten der Selbstsabotage!

Unterschiedliche Spielarten der Selbstsabotage

Die Geschichten, die wir uns über uns selber erzählen

Das Schlimme ist, dass sich diese Geschichten nicht nur rein im Kopf abspielen und von dort aus unser Selbstwertgefühl in den Keller reißen, sondern sich auch auf unsere Fähigkeiten und somit zusätzlich auf unser Leben auswirken können.

©Photo by Jakob Owens on Unsplash

Ein Beispiel von mir: Schon relativ kurz nach meiner Entscheidung die Agentur herunter zu fahren, kam EXit! wie von selber in mir auf und nahm erste Formen an. Zum Start sollte es also ein Blog und ein Podcast sein, Social Media würde ich brauchen etc. In den letzten Jahren lag mein Fokus auf Agenturführung, Strategie intern und für Großprojekte bei Kunden, New Business. Projektumsetzung im Alltag kam selten vor. Also war ich bei vielen Themen nicht mehr up to date. Dafür hatte ich ja mein tolles Team – das aber leider bald nicht mehr an meiner Seite sein würde. In einem Meeting mit meinen Lieben verkündete ich ihnen also, dass nachdem ich sie alle einmal eingearbeitet hatte, ich vor Agenturschließung jetzt bei ihnen die Schulbank drücken wollte. Ich bat sie mich in ihre Sondergebiete einzuarbeiten. Ich glaube am Anfang bin ich da nicht so ernstgenommen worden. Aber nachdem ich in Elke-Manier erste Termine und Einarbeitungspläne anfragte, machten sich alle engagiert ans Werk. Danke dafür noch einmal an mein tolles Team, ich vermisse euch wirklich mehr denn je und täglich!!! Unter anderem stand die Einarbeitung in Bildbearbeitung, Video- & Tonschnitt, Newslettererstellung, Social Media sowie ein paar technische Gadgets an. Schon Tage vor einem recht technischen Thema wurde es in mir vermehrt laut: Da stellst du dich doch schon seit Jahren ziemlich dämlich bei an! Aus den Themen bist du total raus! Du machst dich lächerlich, du Digitaloma! Ja, richtig gehört: Digitaloma musste ich mich von mir selber beschimpfen lassen!! Und wie lief es mit der Einarbeitung: Ich saß neben meinem Mitarbeiter und hatte das Gefühl es kommt einfach nichts von dem, was er mir erzählt, an. Ich hörte zwar seine Worte, aber sie ginge da rein und da raus. Leichter Kopfschmerz kam auf und ich fühlte mich richtig tüddelig – ja, solche körperlichen und Wahrnehmungsempfindungen können ganz plötzlich aufkommen und dich auf eine eventuelle Selbstsabotage aufmerksam machen. Ich brach an dem Tag ab, weil ich wirklich dachte mir geht es nicht gut. Aber irgendwie ließ mich die Situation nicht los. Ich erinnerte mich an dieses Körpergefühl, diese Watte im Kopf. Es kam schon einmal auf und zwar als ich in London wieder anfing Kunst zu studieren und mich so „unerlaubterweise“ immer einmal wieder 1 bis 3 Wochen aus der Agentur rauszog.

Ich werde es euch immer wieder sagen: Routinen sind wichtig und meine hier war, das Thema mit auf meinen Safe Place, mein Meditationskissen zu nehmen. Dort ließ ich die negativen Gedanken noch einmal in geballter Form vor meinem inneren Auge vorbeilaufen, fühlte noch einmal in meinen Körper hinein. Warum die Übung? Sich diese geballte Selbstkasteiungen noch einmal bewusst und in zurückgezogenem Rahmen anzuschauen, schafft meistens die dringend notwenige Distanz zu den negativen Einflüsterungen. Plötzlich haben ganz andere Gedanken bzw. Erinnerungen Raum und kamen in mir auf: Wenn die anderen das gelernt haben, warum bitte genau solltest du das nicht auch können? Und das, wo du dich schon so oft ins kalte Wasser gestürzt und vollkommen neues Wissen und Fähigkeiten erworben hast. Und bist du nicht diejenige, die Twentieth Century Fox vor über 20 Jahren an Bord geholt hat, um ihre Kommunikation und auch weitere Bereiche zu digitalisieren? Jawohl: Ich habe vor 20 Jahren bereits mit der Beratung zum Thema Digitalisierung angefangen – etwas in mir hatte das nur geflissentlich vergessen. Übrigens haben mein Team und ich damals auch den weltweiten Pitch für die neue Website des Hollywood Studios gewonnen.

Diese Gedanken trafen mich wie ein Schlag und ich blieb lange auf meinem Kissen sitzen, um sie sacken zu lassen. Deswegen noch einmal ganz deutlich: Die Gefahr steckt hier tief. Es geht nicht nur um die Gedanken, mit denen wir uns klein machen, sie wirken sich auch auf unsere Fähigkeiten und somit unser mögliches Verhalten aus. Sie sind nicht die ultimative Wahrheit, sondern nur ein Teil des ständigen Gedankenflusses in unserem Kopf. Mach dir bewusst, was dahintersteht und entzieh den Geschichten deine Aufmerksamkeit, setz ihnen bereits gesammelte positive Erfahrungen entgegen.

Kurz zu, wie ging es bei mir zum Thema weiter: Am nächsten Tag stand Anlauf Nr. 2. an. Morgens fühlte ich in meiner Meditation noch einmal dem Thema nach und tief in all das, was ich bereits geschafft hatte. Und plötzlich war bei der Übergabe mein Kopf frei, physisch & psychisch. Die Informationen kamen an, das Experimentieren mit dem neuen Thema machte Spaß und nun sitze ich dieser Tage hier mit EXit!, betreibe den Blog, den Podcast etc.

Es ist nur ein kleines Beispiel, aber ich denke ihr fühlt die Tragweite dessen, wessen wir uns berauben, wenn wir nicht aufhören uns stäääändig diese Geschichten über uns zu erzählen!

Bitte seid euch zu schade dafür!!

Das innere Drama

Mensch mit Maske - Drama
©Photo by engin akyurt on Unsplash

Auf die Bühne, fertig los und das mit groooßem Getöse! Die inneren Stimmen, die einen von einem Vorhaben abhalten wollen, tauchen oft mit einer enorm emotionalen Wucht auf – je mehr das neue Vorhaben verhindert werden soll desto intensiver. Schlimmste Zukunftsprognosen, düstere Erinnerungen tauchen mit tosendem Drama und großem Tamtam in einem auf. Die Intensität ist so groß, dass man sich den Gedanken kaum entziehen kann – meine Therapeutin sagt immer: Da ist richtig was los, filmreif! Achtung also: Wo großes Drama und ein Gefühl von „ich muss“, „jetzt sofort“, „nur das ist die Lösung“ u. ä. aufkommt, genau hinschauen, wer da spricht?! So aufgewühlt sind wir abgetrennt vom wirklichen Fühlen, bewussten Nachdenken und unserer Intuition. In so einer Stimmung bitte noch keine Entscheidung treffen, sondern erst einmal wieder zur Ruhe kommen.

Opferhaltung

In den anfänglichen Zusammenhang lässt sich auch die sogenannte Opferhaltung eingliedern. Welche Geschichte erzählst du dir über dich selber? Was darfst bzw. kannst du nicht, hast du nicht verdient? Was liegt alles nicht in deiner Hand, so dass letztendlich die Umwelt schuld daran ist, dass du dich nicht verändern kannst?! Hier erneut die Frage: Ist das wirklich so? Auf den ersten Blick erscheint die Opferhaltung ab und an als der einfachere Weg. Ich kann mich ja nicht bewegen, denn mir sind die Hände gebunden. Leider nimmst du dir damit auch jede Möglichkeit für Change. Hier handelt es sich also um eine besonders bittere Form von Selbstsabotage: Vielleicht sind alle Türen und Tore schon offen und ich bräuchte nur aufzustehen und zu gehen. Aber ich bin noch blind und sehe in allem Verbote, Hindernisse und zue Türen.

Urplötzliche, negative Stimmungsschwankungen

Und dann gibt es noch die Situationen, in denen Glaubenssätze gaaanz leise und unbemerkt zuschlagen. Eine Beispielsituation: Eigentlich war der Tag bis jetzt ein ganz normaler, keine besonderen Vorkommnisse, die eigene Stimmung – ich nenne es mal – unauffällig. Nach einiger Zeit findet man sich in gekippter, zunehmend negativer Laune wieder, entsprechende Gedanken kreisen und kreisen durch den Kopf ohne Ruhe zu geben – bis hin zu Weltuntergangsszenarien. Wenn uns hier nicht klar wird, dass die Stimmung vielleicht etwas zu „intensiv“ geworden ist, kann der Tag gelaufen sein. Mit fortschreitend geschulter Wahrnehmung fällt uns auf, dass irgendwie keine Relation zwischen der guten Laune am Anfang oder der jetzigen besteht. Hier ein erste Hilfe Tipp: Einen Moment innehalten und sich bewusst machen, dass hier schon wieder ein innerer Widersacher ganz tief in uns am Werkeln ist – in Podcast #9 führe ich eine konkrete Übung zur Herauslösung aus dieser Stimmung aus.

Negative Selbstkonditionierung durch Sprache und Verhalten dir selbst gegenüber

Wie heißt es so schön: Gedanken und somit auch Worte formen die Wirklichkeit. In der Art, wie du über dich denkst und mit dir und über dich selber im inneren und äußeren Dialog sprichst, formst du einen Teil deiner Realität – das oftmals komplett unbewusst. Rede dir nur weiter und weiter ein, was du nicht darfst, nicht kannst, nicht verdienst, nicht wert bist und nach einiger Zeit entsteht daraus eine unverrückbare Wahrheit über dich selbst. Nein, wir brauchen keine Feinde im Außen, die uns beim laufen Lernen auf unserem eigenen Weg hindern! Wie gehst DU mit dir selber um? Pflegst du ein liebevolles, wertschätzendes Vokabular und Verhalten dir gegenüber? Gibst du dir genug Raum, um auf dich zu achten, dir Gutes zu tun? Hast du nur Augen für deine vermeintlichen Misserfolge und Fehler? Es tut mir in der Seele weh, wenn ich tolle, liebenswerte Menschen in meinem Umfeld selbstzerstörerisch über sich reden höre, ihre tiefsten Selbstzweifel, dass sie doch eigentlich gar nichts gut können etc. – das übrigens auch von Freundinnen, die in hohen Führungspositionen sind. Hm, und hier muss ich mir selber arg an die Nase fassen, denn ich bin mir gegenüber oftmals ein so grausamer Richter und Antreiber. Aber heutzutage fällt das mir schon häufiger auf als noch vor Jahren. Ich schaffe es in solchen Momenten mehr und mehr innerlich umzukehren, mich und mein inneres Kind liebevoll in den Arm zu nehmen, mir etwas Gutes zu tun und vor allen Dingen Empathie mit mir zu haben. Alles noch ziemlich Work in Progress, ABER Progress!

Noch ein kleiner Hinweis zu dem Thema: Es heißt ja, das Außen ist oftmals ein Spiegel unseres Inneren. Soll heißen: Wenn du dich selber so schlecht und lieblos behandelst, wie soll dir dann deine Umwelt mit Respekt und Fürsorge begegnen? Du siehst, auch hier verändert uns Inneres, unsere äußere Realität.

Angst vor unsicherem Ausgang, vor Veränderung und Scheitern

Frau im schwarzen T-Shirt mit Aufschrift "Fears Kill Dreams"
©Photo by Jaqueline Fritz on Unsplash

Auch hierbei handelt es sich um eine weitere Form der negativen Selbstkonditionierung. Ich sage nicht, dass ein Changeprozess nicht auch einmal richtig schieflaufen kann, aber ich gebe zu bedenken: Wenn wir in einer für uns kaum tragbaren Situation verharren, dann läuft gerade schon so ziemlich alles suboptimal oder? Außerdem haben wir in der Stagnation überhaupt keine Chance auf einen positiven Ausgang – okay, nur in den seltensten Fällen, in denen sich ein Problem plötzlich von selbst löst. Ein weiterer Trugschluss ist, dass wir durch Nicht-Verhalten Veränderung verhindern können. Die Welt ist auch ohne unser Dazutun ständig in Bewegung. Die Frage ist nur, wollen wir uns nur mit ihr im Kreis drehen oder die Richtung unseres Lebens selber mitbestimmen? Auf meinem Blog habe ich zum Thema ein wundervolles Zitat von Suzy Kassem: „Doubt kills more dreams than failure ever will“. Ergänzen wir Doubt/Zweifel mit Angst, so heißt es: „Zweifel bzw. Angst tötet mehr Träume als Versagen/Misslingen es jemals wird.“ Hm, das lassen wir einmal sacken! Irgendetwas sagt mir, dass wir genau wissen, was damit gemeint ist. Also noch einmal: „Doubt kills more dreams than failure ever will“. Und es ist sooo schade um all die positiven Veränderungen, die wir in unserem Leben bewirken können!

Prokrastination

Kaum aussprechbar, aber ein salonfähig gewordenes Wort dieser Tage. Die sognannte Aufschieberei, können wir in dem Zusammenhang auch gleich mit vom Tisch fegen 😉
Wie hieß es in meiner Sauerländer Kindheit so schön „Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen!“ und bezog sich meistens auf so schöne Dinge wie aufräumen, Hausaufgaben, Papas Auto waschen, den gemähten Rasen abharken oder oder. Es mag Zeiten geben, in denen andere Themen und Pflichten einfach zu viel Raum einnehmen – kleine Kinder kann man einfach nicht von 16.00 bis 20.00 Uhr vor der Kita warten lassen. Was mir bei EXit! aber besonders am Herzen liegt ist der eine kleine Schritt, der meistens doch schon machbar ist. Mit diesem minimalen Selbstbeweis kann ich mich austesten, mir beweisen, dass ich es ernst meine, hinzulernen und so später selbstbewussteren Schrittes und mit festem Boden unter den Füßen drauflos schreiten. Was könnte dieser Schritt bei dir sein???

Wert- & Zielkonflikte

Du weißt eigentlich klar wohin du willst, aber immer wieder fühlst du einen hohen, inneren Druck gleichsam einer klaren Ansage, dass anderes viel wichtiger ist, du im Leben doch eigentlich X oder Y erreichen wolltest. Das kann u. ä. an einem Werte- und Zielkonflikt in deinem Innern liegen. Werte und Ziele verändern sich über die Jahre, unterscheiden sich von Lebensphase zu Lebensphase. Zum Beispiel steht in jungen Jahren oftmals die Karriere ganz vorne an, später kann hingegen Familienzeit den Fokus einnehmen. Was will dein Erwachsenen-Ich heutzutage? Welche sind durch deine Umwelt, Sozialisation, sprich Kindheit, Eltern etc. übernommene Werte und treffen diese wirklich auch auf dich zu? Im Blog findest du einen Artikel und eine Übung nur zum Thema Wertearbeit – ich lege dir den Link in die Shownotes.

Toxische Partnerschaften

Streitendes Paar
©Photo by Eric Ward on Unsplash

Auch mit einer toxischen Partnerschaft machen wir uns oft das Leben zur Hölle und nehmen uns durch das daran Festhalten jede Möglichkeit auf eine „gesunde“ Beziehung. Wir bleiben in Abhängigkeitsverhältnissen, um uns weiter in einer vermeintlichen Sicherheit zu wiegen. Aber fühle ich mich bei diesem Partner, dieser Partnerin wirklich sicher? Werde ich gesehen als die/der ich bin? Wie lasse ich mich behandeln? Was würde ich meiner Freundin, meinem Freund in ähnlicher Situation raten? Sind mir in dieser Partnerschaft mit den Jahren Flügel gewachsen oder verliere ich mehr und mehr Federn, erkenne ich mich selber nicht mehr wieder? Wie wird meine Zukunft aussehen, wenn ich bleibe? Und ja, auch in toxischen Beziehungen kann Liebe sein, aber wenn sie nicht unser gegenseitiges Handeln bestimmt, was dann? Und ja, wir können an sich sooo gut zusammenpassen, so ein Potenzial haben, aber das Wort „an sich“ sollte schon stutzig machen und Potenzial verändert nur dann etwas, wenn es gelebt wird. Zu gehen ist eine schwierige Entscheidung, alles das zusammen Erlebte, gemeinsame Kinder, gemeinsames Vermögen, Freundeskreis und und und, aber wenn du in Auflösung deiner selbst bist, wird es vielleicht Zeit.

Körperliche Selbstsabotage

All jenen von euch, denen ich zu sehr auf der Veränderung im Innen herumreite, biete ich mit diesem Punkt eine Fleisch gewordene Problemstellung – wenn ich es so sagen darf. Dazu gibt es eine weitere Kindheitsweisheit: Wer nicht hören will muss fühlen. Und so trägt es sich zu, dass wenn wir nur lange genug zu viele Überstunden gemacht, zu wenig geschlafen, zu schlecht gegessen, uns zu wenig bewegt haben und nicht auf die immer lauter werdenden Stimmen im Inneren (sorry, schon wieder) gehört haben, unser Körper Alarm schlägt. Je länger wir weghören, desto extremer und z. T. irreversibler seine Ausschläge. 2019 war es bei mir soweit und die Höhepunkte stellten Verdacht auf einen Gehirntumor, Rheuma und der zeitweise Verlust meines Gleichgewichts dar. Ein Glück ist nun alles wieder im Lot, aber mein Bauch sagt mir, ich habe gerade noch so die Kurve gekriegt.

Übung: Was sind deine Selbstsabotage-Mechanismen?

Block mit Text "You're capable OF amazing things"
©Photo by Alysha Rosly on Unsplash

Das alles nur als erste Beispiele zum Thema Selbstsabotage – und es gibt noch viele weitere Erscheinungsformen. Die Ausgeführten möchte ich aber erst einmal sacken und sich bei euch setzen lassen. Und getreu dem EXit! Motto „Ins Tun kommen“ gebe ich euch eine kleine Übung mit auf den Weg, ins Wochenende, den Abend, in euren Alltag:
Da der erste Schritt von Veränderung der der Bewusstwerdung ist, bitte ich euch: Hört oder lest noch einmal in die einzelnen Formen hinein und spürt fürs Erste einmal nur nach: Kommt euch das ein oder andere bekannt vor? Ist euch das vielleicht auch schon passiert? Einmal, öfter oder ständig? Welche Erscheinungsform beeinflusst euer Leben am schlimmsten – und wo wird das hinführen, wenn du dem keinen Einhalt gewährst?

Im nächsten Blogartikel und Podcast #9 beschäftigen wir uns genauer damit, wie ich gegen unterschiedliche Facetten von Selbstboykott angehen kann – wir bauen unsere Self-Defence auf, jawoll und so was von? 😉

Links & Empfehlungen

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