Schmetterling auf roten Blumen - Change ist wie zum Schmetterling erblühen
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Einführung,  Übungen

Die Phasen des Changeprozesses – Teil 2

Wir spannen die Flügel weit auf und heben ab gen Ziel

Ein Hinweis zum Start: Einige Themen bereite ich parallel als Blogartikel und Podcast auf. So kann jede*r die Informationen auf ihrem/seinen Lieblingsmedium aufnehmen – die Kerninhalte sind identisch. Zu den Phasen des Changeprozesses gibt es so auch einen Podcast – und zwar hier. Ansonsten wünsche ich dir nun gute Anregungen und Gedanken beim Lesen dieses Artikels.

Und schon geht es weiter mit den Phasen des Changeprozesses. Bereits in Phase 1 haben wir festgestellt, dass der äußere Wandel mit dem im Inneren beginnt – hier nachzulesen oder hier nachzuhören. Für mich fühlt sich das gleichsam einer Raupe an, die nach einer Zeit des Rückzugs und Reifens zum Schmetterling wird. In Teil 2 der Artikelreihe schälen wir uns langsam heraus aus dem Kokon und wagen die ersten Flugübungen der Veränderung im Licht der Sonne. Und bald werdet ihr die Königinnen und Könige der Lüfte sein. Also: Weiter geht’s!

Phase VI. Loslassen, was nicht mehr passt

Du weißt nun, was du willst? Dazu gehört die zweite Seite der Medaille: Was willst du nicht mehr, hat keinen Platz mehr in diesen Leben? Sicher ist es teilweise schmerzhaft und beängstigend auch Menschen loszulassen, besonders, wenn man sie einmal geliebt hat oder das sogar immer noch tut (ja, Liebe kann aus unterschiedlichsten Gründen „nicht lebbar“ sein). Auch zu Vertrauten, Freunden, Kollegen kann uns an dieser Stelle klar werden: Sie tun mir nicht mehr gut, halten mich in ihrer Vorstellung von mir klein. Sie ziehen mich herunter mit ihrer negativen Lebenseinstellung und dem mit allen Mitteln im Status quo Verharren wollen. Manchmal ist dieser Schritt einfach nötig und wo Leerstellen entstehen, gesellen sich neue Begleiter, die mich und meinen Weg stützen. Das kann vorübergehend etwas einsamer machen, aber das vergeht! Auch Gewohnheiten loslassen, einen Job, der einem vermeintliche Sicherheit gegeben hat, ein neuer Wohnort: All das ist nicht ohne. Wenn dieser Teil meines Lebens aber so gar nicht in das passt, was ich als meine Zukunft sehe, dann ist jetzt Zeit dafür. Und ja, es kann weh tun, wir fühlen uns vorübergehend wackelig auf den Beinen. Auch dafür wird es weitere Übungen zur Stabilisierung und Vorschläge für neue, dich tragende Routinen geben.

Für mich war es ein viele Jahre ein Teufelskreis: Ich habe Fortbildungen im Coaching gemacht, Drehbuchschreiben und Kunst weiter studiert etc. In der Agentur richtete ich mir einen Atelierraum ein. Aber: Der Raum blieb leer und kapitulierend baute ich ihn irgendwann zum zweiten Meetingraum um. Was für ein Tiefpunkt! Es war schlichtweg kein Platz für Neues. Die Aufgaben der Agentur waren zu mannigfaltig und meine inneren Stimmen, das diese immer und absolute Prio hatten, zu stark. Bis dann …

Phase VII. Klare Zielsetzung

Photo by Vince Fleming on Unsplash

Du weißt nun was du willst und stürmst hochmotiviert direkt los gen Ziel? Ich will dich auf keinen Fall bremsen, empfehle dir aber, an dieser Stelle noch einen Zwischenstep einzubauen. Mit einer klaren Zielsetzung erstellst du dir einen extrem hilfreichen Orientierungsrahmen für deinen Weg, den du sehr wahrscheinlich brauchen wirst, denn: Unterwegs kann dir immer einmal der Atem ausgehen, du „verläufst“ dich kurzfristig und alte Glaubenssätze lauern an der ein oder anderen Ecke. Die Methode der SMARTen Zielerstellung (nach Peter Drucker) finde ich hier sehr hilfreich. Was heißt SMART? Ein Ziel sollte sein:

  • Spezifisch: eindeutig, so präzise wie möglich und positiv formuliert – meistens hat es eine größere Anziehungskraft, wenn man auf etwas Positives zusteuert, als nur von etwas Negativem weg zu wollen
  • Messbar: So dass du wirklich feststellen kannst, ob & wenn dein Ziel erreicht ist
  • Ansprechend/Akzeptiert: Du musst dein Ziel wirklich wollen, es sollte lohnenswert für dich sein – warum sonst all die Strapazen auf sich nehmen. Lade dein Ziel zu einem Zielmagneten auf, das mit all seinen Möglichkeiten eine magische Anziehungskraft auf dich ausübt und du so Superkräfte dafür mobilisierst
  • Realistisch: Es muss möglich und erreichbar sein
  • Terminiert sein: Gebe dir eine realistische Deadline, möglichst mit entsprechend definierten Etappenzielen

Zum Stichwort „Zielmagnet“ und moralische Stütze unterwegs: Was wir mit mehreren Sinnen erfahren setzt sich tiefer und motiviert nachhaltiger. Also ran and alte Zeitschriften, bunte Stifte etc. und erstell dir deine ganz persönliche Ziel- oder Visionscollage. Gerade in angeschlagenen Momenten erinnert sie dich mit viel Power daran, warum du dir das alles zumutest.

Phase VIII. Und: ACTION – aber bitte mit Plan

Zur „Verteidigung“ gegen alte Gewohnheiten und Widersacher sowie als Orientierung unterwegs empfehle ich dir auch hier planvoll vorzugehen. Sicher verändert sich der Weg immer wieder und du muss anpassen, aber das ist kein Problem. Wir lernen unterwegs und erweitern dadurch unsere Perspektive. Plane Etappenziele, setze dir einen Zeitrahmen. Was für Aufgaben fallen wann an? Welche Ressourcen stehen dir für welche Phase zur Verfügung? Benötigst du weitere? Was muss du ggfs. hinzulernen, wen mit an Bord nehmen etc.? Ein online basiertes Tool, das mich im Alltag sehr unterstützt heißt Trello – schau mal rein. Die meisten Funktionen sind sogar gratis! Und bevor du final loslegst, triff dir gegenüber die klare Entscheidung: „ICH WILL DIESE VERÄNDERUNG WIRKLICH – UND ZWAR AB JETZT!“

Phase IX. Last but not least – jetzt wird es ernst: Raus aus dem passiven Grübeln und ins Tun kommen!

©Photo by Brett Jordan on Unsplash

Erst jetzt bewahrheitet sich, ob du es wirklich tust und genug willst. In meinen Schubladen sind x Masterpläne verstaubt, von denen ich maximal die ersten Schritte gegangen bin – wie Fortbildungen o. ä. Wenn Freunde mit mir im Museum vor Bildern, Skulpturen, Designobjekten stehen und sagen: „Ach, das hätte ich auch gekonnt!“, lautet meine Antwort immer: „Aber, du hast es nicht gemacht!“. An dieser Stelle ist es wichtig, noch einmal eins klarzustellen: Der große Unterschied liegt zwischen denen, die „es“ tun und denen, die nur darüber grübeln und reden.

Zu welcher Seite willst du gehören? Wirklich zur ersten? Dann geht’s JETZT los!

Phase X. Am Ball bleiben – wie es gelingen kann!

Alte Routinen und Gewohnheiten: Immer wieder greifen sie auf uns zu und wollen uns ins Alte zurückziehen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – unser Gehirn „liebt“ Gewohnheiten. Nicht daran zu denken, was es zu tun hätte, wenn es uns mit keinen Routinen „allein lassen“ könnte? Wie sollte es sich um all die anderen Angelegenheiten kümmern, für die es noch zuständig ist? Ich habe mich viel mit dem Thema Neurologie & Neuropsychologie befasst und muss immer wieder sagen: Unser Gehirn und Gesamtmechanismus sind so unfassbar komplex und intelligent!!! Wir/der Mensch hätten uns niemals selber erfinden können! 😉 Was oder wer auch immer da draußen sich darum gekümmert hat: Hut ab! Wir müssen unser Gehirn im Veränderungsprozess also quasi ab und an überlisten um Platz für Neues zu schaffen. Mehr zu Methoden und Hilfestellungen im Veränderungsprozess am Ball zu bleiben findest du in folgenden Artikeln.

Der Changeprozess – wie geht es dazu im Blog weiter?

In anschließenden Blogbeiträgen, Übungen, Podcasts etc. der nächsten Wochen und Monate gehe ich vertiefend auf die Etappen ein, so dass ihr euch Schritt für Schritt weiter nach vorne wagen könnt. Eins ist sicher noch wichtig herauszustellen: Für jede/n ist der Veränderungsprozess ein individuell und jeder/m werden an anderen Stellen unterschiedliche Herausforderungen begegnen. So können sich auch die Phasen unterscheiden, wiederholen etc. Die folgenden Ausführungen sind eine Annäherung an den Changeprozess, sollen Orientierung und erstes Rüstzeug geben.

Und noch etwas ganz besonders wichtiges: Wir sind gemeinsam unterwegs und so schaffen wir es bis ans Ziel! Hol dir Rückendeckung von guten Freunden, der Familie, von Kollegen – all denen, die deinen neuen Pläne offen begegnen. Schick auch mir gerne Fragen oder Anregungen zu Themen, über die du noch mehr erfahren möchtest.

Weiter geht’s auf unserem Weg – wir sind schon sooo weit gekommen! 🚀 🚀 🚀 ❤️

Hinweis: Einige Themen bereite ich parallel als Blogartikel und Podcast auf. So kann jede*r die Informationen auf ihrem/seinen Lieblingsmedium aufnehmen. So gibt es zu diesem Artikel auch einen Podcast – du findest ihn hier.

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