©Randy Tarampi on Unsplash
Einführung

Wie geht es dir eigentlich wirklich?

Am Anfang steht der Mut zu fragen, wie es uns wirklich geht

Bevor wir etwas verändern können oder überhaupt entscheiden, dass Veränderungen unvermeidlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass im eigenen Leben etwas nicht mehr stimmt. Keine große Weisheit, nicht wahr? Und auch gar kein Problem! Aber ist das wirklich so? Mit der Frage, wie es tatsächlich bei uns aussieht, ist die Büchse der Pandora geöffnet. Das Rad ist in Bewegung gesetzt und kann das gesamte Leben auf den Kopf stellen – und das auf unvorhersehbare Weise. Die Angst vor dem möglichen Kontrollverlust erstickt die Frage oft im Keim. Wir schauen weg oder finden tausend Gründe, warum gerade alles passt, nicht anders geht, wir dankbar sein müssen oder oder. Selbstverständlich gibt es Lebensumstände mit Pflichten und Einschränkungen, durch die wir nicht einfach von heute auf morgen abspringen können. Die Familie und wir selber sind zu versorgen, Kredite abzuzahlen, die Rente muss im Blick bleiben und sich das ein oder andere leisten zu können hat auch etwas für sich. Aber heißt das tatsächlich, dass ich nicht schon an ersten kleinen Schrauben feinjustieren kann bis mehr geht?

Opferhaltung – die zwei Seiten der Medaille

Oftmals hapert es also schon daran, uns diese Frage zu stellen. Durch wildes Agieren im Außen und noch ein Call und noch eine Aufgabe und noch ein Engagement bleibt dafür gar kein Raum. Die Angst vor Veränderung lässt uns überall hinschauen, nur nicht zu uns selbst. Gerne beschäftigen wir uns vor allem mit dem, was im Außen doch wirklich schief läuft, wer mich ärgert  und einschränkt. Die Kollegen, der Chef, die Politik, Freunde und bestimmt die liebe Familie sind es, die das Leben zur wahren Hölle machen! Was kannst du da selber schon tun?! Wenn die anderen schuldig sind, ist das auf den ersten Blick ab und an leichter. Zumindest müssen wir uns nicht selber in die Verantwortung nehmen und aktiv werden. Aber gehen wir nur ein bisschen tiefer, sehen wir schnell, dass die Opferhaltung uns auch der Fähigkeit beraubt, unser Leben selber in die Hand zu nehmen. Wir können nur warten, dass es im Außen zu Veränderungen kommt und dann wird sicher alles gut – genaaauuu!

Und doch habe ich viele Jahre so weiter gemacht

©Anthony Tran on Unsplash

Was aber, wenn deine Fragen keine Ruhe geben? Wenn du dir nicht mehr im Spiegel begegnen magst, weil du tief in dir spürst: Ich laufe vor etwas weg. Und bei all den Ausreden nimmt die Selbstverachtung langsam zu – so zumindest war es bei mir. Aber wenn alles so offensichtlich war, warum habe ich selber nichts geändert? Mir ging es schon seit Jahren nicht mehr gut, nein: Mir ging es schlecht! Funktionieren, Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit standen an erster Stelle. Morgens die Erste sein und abends die Letzte, ein wirklich gutes Beispiel für alle! Wochenenden gab es wenige, im Urlaub werden selbstverständlich Mails gecheckt und wichtige Anrufe angenommen. In der Freizeit stand fast nur noch mentale und körperliche Regeneration im Fokus, denn es knirschte und bröckelte bei mir zunehmend an allen Ecken und Enden. Daraus resultierte mehr und mehr Rückzug im Privaten. So hatte ich „Planungsfreiheit“ falls doch ein Projekt am Abend oder Wochenende erledigt werden sollte. Außerdem musste ich so gut wie möglich meine Kräfte für die nächste Arbeitswoche sammeln. Was dem im Weg stand – mal bis spät in die Nacht mit einem Gläschen zu viel bei Freunden versacken, abenteuerlichere, anstrengendere Urlaube oder Aktivitäten, sozialem Engagement langfristig zusagen etc. – wurde mehr und mehr gestrichen. Bis ich im Fokus nur noch aus Arbeit und innerer Erschöpfung bestand. Was mich wirklich nährt fand in meinem Leben kaum noch statt. Und doch habe ich viele Jahre so weiter gemacht.

Glaubenssätze: die eigentlichen Strippenzieher in unserem Leben

Neben den Faktoren auf die wir im Außen fokussiert sind, liegt ein Großteil der eigentlichen Verhinderer und Strippenzieher unseres Lebens tief im Inneren verborgen: alte Glaubenssätze und Überzeugungen über uns und wie die Welt zu sein hat. Diese anweisen klar an, was wir zu tun haben, dürfen und nicht dürfen. „Klar“ ist in diesem Zusammenhang vielleicht missverständlich, denn sie stellen sich nicht vor und legen los, sondern sie unterminieren auf mannigfaltige Weise unbemerkt unseren Lebensalltag. Sie erscheinen in unterschiedlichsten Formen wie z. B.  rational anmutenden Argumenten für oder gegen dies und das. Zudem sind wir ihre Herrschaft so gewöhnt, dass sie uns gar nicht mehr auffallen. Schließlich begleiten sie uns schon seit frühster Kindheit und waren in dieser Phase durchaus hilfreich. Aber das ist lange her. Durch ihre schon frühe Dominanz haben wir oft erst gar nicht gelernt zu fühlen wie es uns geht oder was wir selber vom Leben wollen. Unsere Blickrichtung fokussierte sich auf das Funktionieren im Außen zur Absicherung des „Überlebens“. (Mehr zum Thema Glaubenssätze und Übungen im Umgang mit ihnen).

Aber manchmal ist sie einfach dran, die Veränderung!

©Markus Spiske on Unsplash

Vielleicht wird dir durch meine Ausführungen deutlich, warum wir bei der Veränderung oftmals schon im Ansatz, dem eigenen Status quo, hängen bleiben. Aber irgendwann spitzen sich Situationen zu, der Körper schickt noch klarere, schmerzhaftere Signale, das soziale Umfeld rebelliert, die berufliche Situation verschärft sich, so dass wir mit dem Rücken an der Wand stehen. Es gibt nur noch den Weg nach vorne. Bei aller Angst, die das mit sich bringt, möchte ich einen Gedanken ins Feld führen: Jetzt kann es nur noch besser werden! Was das Leben wohl noch alles für dich bereit hält?

Weitere motivierende Gedanken, die ich dir mit auf deinen Weg geben möchte:

  • Wir müssen nicht gleich unsere gesamte Welt einreißen. Der wichtigste ist der erste und machbare Schritt. Es folgt der nächste und der nächste und eh du dich versiehst hast du bereits eine große Strecke zurückgelegt.
  • Wie heißt es so schön: Nichts ist so sicher wie die Veränderung. Wir können uns nicht gegen sie wehren, das Leben ist ständig im reißenden Fluss. Es liegt in unserer Hand, ob wir uns verändern lassen oder das Steuer endlich selber in die Hand nehmen.
  • Und manchmal ist es einfach nicht der richtige Moment für Veränderung. Andere Themen sind tatsächlich dringlicher und nicht aufschiebbar, Umstände zwingend. Um die Hoffnung auf Veränderung im Blick zu behalten und mir zu versprechen, dass ich es ernst mit ihr meine tue ich folgendes: Ich verabredet ich mich für einen klar definierten Zeitpunkt wieder mit dem Thema (mehr zu dieser „zeitlich begrenzten Entscheidung“ in einem Folgeartikel).
  • Last but not least: Den Weg der Veränderung müssen wir nicht allein gehen. Wir dürfen uns Hilfe holen – und es gibt mannigfaltige: Coaches, Therapeuten, Mentoren, Role Modells, Freunde, Familie und und und. Leg los! Eine Übung zur Ermittlung des eigenen Status quo findest du hier.

⭐️PS: Lust auf weitere EXit! Feature, Podcasts, Übungen, Webinare und und und? Dann abonniere doch den EXit!-Newsletter? Hier geht’s lang zur Anmeldung 😊

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.